5 Tipps für einen richtig guten Willkommensgruß für Vegetarier:innen

Du hast lange daran gefeilt, aber kaum jemand schenkt ihm Beachtung: Deinem Willkommensgruß in der Speisekarte! Dabei ist es durchaus elegant, den Gast mit einem Willkommenstext auf das gastronomische Erlebnis einzustimmen. Wichtig ist jedoch, wirklich nützliche Informationen zu vermitteln. Inhaltslose Texte wird kaum ein Mensch lesen wollen. Speziell für Vegetarier:innen kann der Willkommensgruß eine wichtige Informationsquelle sein. Mit meinen 5 Tipps gelingt es dir, einen Willkommengruß zu schreiben, der Beachtung findet und Vegetarier:innen hilft, sich in deiner Speisekarte zurecht zu finden.

Tipp 1 – Der Willkommenstext soll nützlich sein!

Die Speisekarte ist sicherlich eines der wichtigsten Marketingwerkzeuge für deinen Gastronomiebetrieb. Womöglich ist sie sogar das einzige Werbemedium, welches wirklich von allen Gästen gelesen wird! In der Speisekarte kommunizierst du dein Angebot, deine Leistungen und deine Preise. Zudem vermittelst du deinen Gästen ein gewisses Image.

Der Willkommenstext findet sich im Idealfall auf der ersten Seite der Speisekarte. Egal ob er an Fleischliebhaber:innen oder Vegetarier:innen ausgerichtet ist – mit ihm kannst du eine Menge an nützlichen Informationen vermitteln!

  • Erkläre die Besonderheiten deines Betriebs
    Was macht dein Gastrobetrieb so besonders? Worauf legst du Wert? Sind die Zutaten ausschließlich regional oder biologisch? Gibt es eine Besonderheit, für die dein Restaurant bekannt ist? Warum ist dein Betrieb, wie er ist? Warum kommen die Menschen zu dir? Wodurch hebst du dich von der Konkurrenz ab?
  • Stelle die Gastgeber:innen vor
    Beschreibe kurz, wer die wichtigsten Köpfe hinter deinem Team sind. Denn Menschen sind neugierig und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ergänze diese Informationen mit einem professionell erstellten Teamfoto (bitte keine Selfies oder andere schlechte Bilder). Beschränke dich auf maximal drei oder vier Personen.
  • Sag, mit wem du zusammenarbeitest?
    Immer mehr Menschen wollen wissen, was sie essen und woher die verwendeten Rohstoffe und Zutaten stammen. Sei transparent und kommuniziere offen, woher du Lebensmittel beziehst. Besonders wenn du auf Regionalität setzt, wertet diese Information dein Angebot enorm auf! Zudem freuen sich deine Lieferanten über eine Erwähnung. Das ist Wertschätzung – gegenüber deinen Gästen und Lieferanten!
  • Erzähle deine Geschichte
    Erzähle die Geschichte deines Betriebs, die Besonderheiten des Gebäudes oder aber deine ganz persönliche Story! Menschen lieben Geschichten!
  • Ganz wichtig: Halte dich kurz!
    Kein Mensch hat Lust, sich lange mit dem Text auseinanderzusetzen. Halte dich daher kurz und streiche alle Informationen aus dem Text, die der Gast nicht unbedingt wissen muss. Der Text sollte in 30 bis 60 Sekunden gelesen werden können!

Tipp 2 – Informiere über dein vegetarisches Angebot

Informiere deine Gäste über dein vegetarisches und veganes Angebot! Denn für Vegetarier:innen sich solche Informationen in der Speisekarte äußerst wertvoll. Viele suchen explizit danach! Aber auch für Fleischliebhaber:innen oder Flexitarier:innen kann diese Info nützlich sein.

Für mich ist der Willkommensgruß der ideale Platz für solche Informationen. Hier kannst du deine betrieblichen Grundwerte niederschreiben. Und wenn du zusätzlich auf die Bedürfnisse der Vegetarier:innen Rücksicht nimmst, kannst du viel damit bewirken:

  • Vegetarier:innen fühlen sich damit respektiert und ernst genommen
  • Solche Informationen geben ihnen Sicherheit und steigern das Vertrauen in deinen Betrieb
  • Gleichzeitig vermittelst du Kompetenz und Transparenz

Um die Aufmerksamkeit deiner Gäste auf diese Informationen zu lenken, können beispielsweise Rahmen oder Farbflächen hilfreich sein. Oder lass dir etwas spezielles einfallen, wie du diese Infos kreativ in dein Speisekarten-Design integrieren kannst.

Tipp 3 – Erkläre Symbole beim Willkommensgruß

Wenn du Symbole und Piktogramme für die Kennzeichnung veganer und vegetarischer Speisen in der Speisekarte verwendest, bietet sich die Informationsfläche beim Willkommensgruß für die Erklärung der Zeichen an.

Auch wer kein Fleisch isst kommt bei uns nicht zu kurz. Wir bieten zahlreiche vegetarische und vegane Optionen, die schon so manche Fleischliebhaber begeistert haben. Diese Speisen sind wie folgt gekennzeichnet:

Bietest du die Rekombination – die Vegetarisierung deiner Speisen durch Austausch von einzelnen Zutaten – an, solltest du dies ebenfalls an dieser Stelle verankern. Damit wird deinen Gästen klar, dass die Möglichkeit besteht, bestimmte Speisen in vegane oder vegetarische Gerichte umzuwandeln!

Bestimmte Fleischgerichte bieten wir dir gerne als vegetarische oder vegane Variante an. Diese Speisen sind mit einem Symbol gekennzeichnet!

Tipp 4 – Hinweis zur Zubereitung fleischfreier Speisen

Viele Vegetarier:innen wünschen sich, dass die bestellten Speisen bei der Zubereitung nicht mit Fleisch und anderen tierischen Rohstoffen in Berührung kommen. Gründe dafür können Ekel vor Fleisch oder Geschmacksübertragung sein. Das passiert beispielsweise dann, wenn Pfannen ungereinigt weiterverwendet werden oder wenn ein Grill zum Einsatz kommt. Das mag für manche lächerlich klingen. Für Vegetarier:innen kann Sauberkeit aber absolut wichtig sein!

Wenn du auf eine getrennte Zubereitung der vegetarischen Speisen achtest, dann informiere deine Gäste darüber. Denn damit kannst du das Vertrauen der Vegetarier:innen in deinen Betrieb stärken und du gibst diesen Menschen Sicherheit. Besondern für religiöse Vegetarier:innen oder strenge Veganer:innen ist diese Information von großer Relevanz! Zudem zeigen diese Maßnahmen auf, dass du dich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hast. Das kann durchaus ein Wettbewerbsvorteil für deinen Gastronomiebetrieb sein oder gar zu einem Alleinstellungsmerkmal (USP) werden!

Falls es dir – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich ist, eine getrennte Zubereitung zu garantieren, gib auch das transparent an. Besser ehrlich als schummeln. Eine große Fastfoodkette informiert ihre Gäste so:

„Bitte sei ihm nicht böse: Das pflanzliche Patty könnte am Grill in Kontakt mit Fleisch gekommen sein.“

Tipp 5 – Zeige Offenheit für individuelle Wünsche beim Willkommensgruß

Auch wenn sich die Akzeptanz für eine vegetarische Ernährungsweise in den letzten Jahren erhöht hat, gibt es nach wie vor Menschen, die nicht verstehen (wollen), warum andere auf Fleisch verzichtet. Vor allem Veganer:innen verspüren immer wieder eine ablehnende Haltung ihnen gegenüber – auch in der Gastronomie.

Daher ist es verständlich, dass sich manche deiner Gäste vielleicht unwohl fühlen, wenn sie nach veganen oder vegetarischen Alternativen fragen. Sie wollen nicht auffallen oder lästig sein. Doch es gibt eine einfache Möglichkeit, diesen Menschen das Nachfragen zu erleichtern: Biete ihnen von dir aus an, Speisen anzupassen. Sag ihnen, dass individuelle Wünsche vollkommen okay sind!

Gerne berücksichtigen wir Deine individuellen Wünsche!
oder
Du möchtest Zutaten weglassen oder austauschen? Kein Problem, sprich uns einfach darauf an!

Ich bin mir sicher, dass für viele Betroffene dieser simple Satz eine große Erleichterung sein kann!

Fazit

Der Willkommengruß in deiner Speisekarte ist eine tolle Sache, wenn er auch zweckmäßig ist. Informiere deine Gäste über deinen Betrieb, über die Menschen dahinter, über die Lieferanten und über die Herkunft der Lebensmittel. Halte dich kurz und schreibe so, dass es auch Spaß macht, den Willkommenstext zu lesen.

Berücksichtige dabei die besonderen Bedürfnisse von Vegetarier:innen. Kommuniziere die für sie wichtigen Informationen. Vegetarier:innen und Veganer:innen suchen explizit nach solchen Informationen! Sie fühlen sich dadurch ernstgenommen und respektiert. Außerdem wird ein Mehr an Sicherheit, Transparenz sowie Kompetenz vermittelt. Deine Gäste erkennen, wie flexibel du als Gastgeber:in bist. Das wird geschätzt und honoriert – mach es zu deinem Wettbewerbsvorteil!

Über den Autor

Über den Autor

Tobias Rümmele ist seit seinem 5. Lebensjahr überzeugter Vegetarier. Überzeugt ist er auch davon, dass in der Gastronomie noch viel Potenzial für ein besseres, fleischfreies Angebot steckt. Dazu reichen oft schon kleine Maßnahmen, um Menschen, die auf Fleisch verzichten, zu begeisterten Gästen zu machen.

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