Speisekarte erstellen wie ein Profi: 15 Tipps für die grafische Gestaltung

Wer „Speisekarte erstellen“ googelt, findet unzählige Tipps. Doch viele davon kann man sich getrost sparen. Als Grafikdesigner und Marketingexperte weiß ich, worauf es bei der grafischen Gestaltung wirklich ankommt und wie wichtig eine ansprechende Speisekarte für den Erfolg deines Restaurants ist. 

In diesem Blogartikel gebe ich dir wertvolle Tipps, wie du deine Speisekarten erstellen und grafisch gestalten kannst, um die Aufmerksamkeit deiner Gäste zu gewinnen. Komm mit mir auf eine kulinarische Reise durch die Welt des Speisekarten-Designs! 

Speisekarte erstellen mit Word, Canva und Co.

Die meisten Speisekarten werden wohl in Microsoft Word erstellt. Viele kennen sich mit der Software zumindest so gut aus, dass ohne viel Mühe das Layout erstellt werden kann. Mitgelieferte Vorlagen helfen zusätzlich bei der Gestaltung.

In den letzten Jahren hat Canva für viele Menschen ohne gestalterischen Vorkenntnissen das Leben einfacher gemacht. Mit Canva können professionelle Designs ganz einfach erstellt, geteilt und gedruckt werden. Es gibt zahlreiche Vorlagen, die sich an die eigenen Wünsche anpassen lassen. 

Der Softwarekonzern Adobe setzt nun ebenfalls auf dieses Pferd und tritt mit Adobe Express in den direkten Wettkampf mit Canva. 

Egal ob Canva oder Adobe Express, beide sind bei eingeschränkter Funktionalität gratis. Oftmals reichen die in der kostenlosen Variante angebotenen Vorlagen und Funktionen aber vollkommen aus. Probiere einfach aus, welches Tool dir zusagt und die besseren Vorlagen liefert.

Etwas kostspieliger wird es, wenn auf professionelle Software gesetzt wird. Mit Adobe InDesign lässt sich gestalterisch alles umsetzen, was nur umgesetzt werden kann. Jedoch erfordert die Software auch einiges an Wissen und Erfahrung. Daher arbeiten vor allem Grafikdesigner:innen mit InDesign.

Für welches Werkzeug du dich auch immer entscheidest, die Software allein macht noch keine professionelle Speisekarte. Daher lege ich dir die nächsten Tipps wirklich sehr ans Herz.

Einbindung deines Betriebskonzepts in der Speisekarte

Die Speisekarte ist viel mehr als nur eine Preisliste! Sie ist vermutlich dein allerwichtigstes Marketingwerkzeug. Immerhin wird es ziemlich sicher von nahezu 100% deiner Gäste gelesen – nicht nur im Restaurant selbst, sondern schon vorab online im Internet. Daher muss deine Speisekarte überzeugen. Mit einem guten Angebot und einem schicken Design.

Achte darauf, dass die grafische Gestaltung zu deiner Ausrichtung passt und ein konsistentes Erscheinungsbild aufweist. Dein Restaurantkonzept und das Corporate Design mit Logo, Schriften und Farben bilden die Grundlage dafür. Die Speisekarte soll aber auch die Atmosphäre widerspiegeln. Wenn dein Restaurant beispielsweise ein rustikales Ambiente hat, kannst du Elemente wie Holzstrukturen oder rustikale Schriften in das Design deiner Speisekarte einbinden. 

Wichtig ist zudem, eine klare und verständliche Sprache zu nutzen. Wenn du mit Fachausdrücken um die schmeißt, die deine Gäste gar nicht verstehen, werden sie auch bei der Bestellung zurückhaltend sein.

Der richtige Aufbau der Speisekarte

Eine gut organisierte Speisekarte hilft deinen Gästen, sich schnell zurechtzufinden. Und das ist auch wichtig für dich, schließlich willst du Umsatz machen. Gruppiere daher dein Angebot in logischen Kategorien. Dabei empfiehlt es sich, in der klassischen Menüfolge zu denken:

  • Vorspeisen
  • Suppen
  • Hauptgerichte
  • Desserts

Natürlich darf deine Karte auch andere oder mehr Kategorien enthalten. 

Ob deine Speisekarte aus mehreren Seiten oder nur einem Blatt besteht, ist von deinem Konzept und deinem Angebotsumfang abhängig. Heute geht der Trend klar hin zu kleineren, dafür kreativeren Karten. Das Angebot wird zudem öfters angepasst.

Natürlich ist der Aufbau aber auch immer von deinem individuellen Konzept und deinem Angebot abhängig. Sei also frei und kreativ!

Sag hallo! – der Willkommenstext in der Speisekarte

Der Willkommenstext oder Willkommensgruß am Beginn der Karte bietet dir die Möglichkeit, nützliche Informationen an deine Gäste zu vermitteln und deinen Betrieb vorzustellen. Hier ein paar Ideen für dich:

  • Beschreibe die Besonderheiten deines Restaurants
  • Erzähle die Geschichte des Hauses
  • Stelle die Gastgeber vor
  • Erwähne deine Lieferanten
  • Informiere über dein vegetarisches und veganes Angebot
  • Erkläre Zeichen und Symbole, die du in der Speisekarte verwendest

Ich habe zum Theme Willkommensgruß schon einen umfangreicheren Artikel geschrieben, den du hier lesen kannst:

5 Tipps für einen richtig guten Willkommensgruß für Vegetarier:innen

Speisekarte erstellen und mit Weißraum arbeiten

Das Layout deiner Speisekarte ist entscheidend für ihre Lesbarkeit und Ästhetik. Verwende ausreichend Weißraum, um die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Gerichte zu lenken und die Speisekarte nicht überladen wirken zu lassen. Für mich gibt es nichts mangelhafteres wie eine vollgestopfte Karte. Schenke deinem Angebot die notwendige Luft und Freiheit, um wirken zu können. Eine weiße, leere Fläche ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Sie lässt die Speisekarte „atmen“.

Experimentiere mit verschiedenen Layouts, um eine harmonische Anordnung zu finden, die die Augen deiner Gäste durch die Speisekarte führt. Es gibt Speisen, von denen du mehr verkaufen willst? Vielleicht hast du eine große Lieferung Spargel bekommen und musst diesen schnellstmöglich an den Gast bringen? Hier können farbige Hervorhebungen mit Rahmen und Farbflächen helfen, den Gast darauf aufmerksam zu machen.

Nutze die Macht der Farben in der Speisekarte

Farben haben eine enorme Wirkung auf unsere Emotionen und können sogar den Appetit anregen. Verwende Farben, die zu deinem Restaurantkonzept passen und die richtige Stimmung erzeugen. Warme Töne wie Rot und Orange eignen sich gut, um den Hunger anzuregen, während kühle Farben wie Blau und Grün eher beruhigend wirken. Denke auch daran, dass Farben mit Bedeutungen verbunden sind. Zum Beispiel steht Grün für Frische und Natürlichkeit, während Gelb für Optimismus und Freude steht. Experimentiere mit verschiedenen Farbkombinationen, um die gewünschte Atmosphäre auf deiner Speisekarte zu erzeugen. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass die Farben zu deinem Logo und zum restlichen Design passen! Und auch bei Farben gilt: Weniger ist mehr!

Schriften mit Charakter für deine Speisekarte

Die Wahl der richtigen Schriftarten kann den gesamten Charakter deiner Speisekarte bestimmen. Vermeide allzu verspielte Schriften, die schwer zu lesen sind, und setze stattdessen auf gut lesbare Schriftarten. Serifenlose Schriften wie Roboto oder Calibri sind dafür eine gute Wahl, da sie modern und leicht lesbar sind. Experimentiere mit verschiedenen Schriftgrößen, um die Hierarchie der Informationen auf deiner Speisekarte zu betonen. Beispielsweise kannst du größere Schriftarten für die Speisenkategorien und kleinere Schriftarten für die Beschreibung der Gerichte verwenden.

Es gibt im Internet eine unendliche Anzahl an Schriften (Fonts), die du gratis herunterladen und verwenden kannst. Hier ein paar Quellen, bei denen du garantiert fündig wirst:

Google Fonts: fonts.google.de
Fontshare: www.fontshare.com
Dafont: www.dafont.com
1001 Fonts: www.1001fonts.com

Neben der Wahl der richtigen Schriftarten ist auch die Art und Weise, wie du Text in deiner Speisekarte präsentierst, von großer Bedeutung. Nutze verschiedene Schriftstile wie fett, oder kursiv, um wichtige Informationen hervorzuheben. Beachte jedoch, dass zu viel Variation die Lesbarkeit beeinträchtigen kann. 

Wähle eine klare und gut lesbare Schriftgröße, die auch aus der Ferne gut erkennbar ist. Denke auch daran, ausreichend Platz zwischen den Textblöcken zu lassen, um die Lesbarkeit zu verbessern. Oftmals vergessen wir bei der Gestaltung der Speisekarte, dass der Gast zumeist Abends bei künstlicher und gedämmter Beleuchtung einkehrt. Ist die Schrift dann klein oder der Kontrast zu schwach, wird das Lesen mühsam.

Speisekarte erstellen mit Bildern und Fotos

Die angebotenen Speisen nicht nur mittels Text, sondern auch mit einem Foto darzustellen, kann den Appetit deiner Gäste zusätzlich anregen. Ich bin aber ehrlich gesagt kein großer Fan davon. Erstens erinnert es mich an asiatische Restaurants oder Fastfood-Läden. Und zweitens schränkst du dich selbst damit ein. Schließlich erwarten deine Gäste dann zurecht, dass die servierte Speise genau wie auf dem Foto aussieht. Mit saisonalen Zutaten zu kochen wird dann schwierig.

Wenn du dich aber für Fotos deiner Speisen in der Karte entscheidest, hier ein paar Tipps:

  • verwende nur hochwertige Fotos in guter Qualität
  • vermeide Stockfotos, da sie oft künstlich wirken
  • arbeite mit einem Fotografen zusammen
  • die Fotos sollen die Einzigartigkeit deines Restaurants erkennbar werden lassen
  • platziere die Bilder strategisch, um die Aufmerksamkeit auf besonders beliebte oder spezielle Gerichte zu lenken

Besondere Rücksichtnahme auf Vegetarier und Veganer in der Speisekarte

In der heutigen Zeit ist es immer wichtiger, auf die Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern einzugehen. Wenn du in deinem Restaurant vegetarische oder vegane Optionen anbietest, solltest du auch bei der Gestaltung deiner Speisekarte darauf achten. Markiere deutlich, welche Gerichte vegetarisch oder vegan sind, damit diese Gäste sofort die für sie passenden Optionen erkennen können. Verwende beispielsweise spezielle Symbole wie ein Blatt für vegetarische Gerichte oder ein V für vegane Gerichte. Stelle sicher, dass die Zutatenliste klar und verständlich ist, um Unklarheiten zu vermeiden. Zudem kannst du spezielle Hinweise geben, ob Gerichte auf Wunsch vegan oder vegetarisch angepasst werden können. Indem du auf die Bedürfnisse dieser Gäste eingehst, zeigst du, dass du ihnen eine große Wertschätzung entgegenbringst und sie sich bei dir gut aufgehoben fühlen können.

Informiere dich unbedingt darüber, was sich deine vegetarischen Gäste wünschen und welche Bedürfnisse sie haben. Ich lege dir dazu diesen Blogartikel sehr ans Herz.

Wichtige ist auch die richtige und passende Kennzeichnung der veganen und vegetarischen Speisen. Dazu habe ich ebenfalls zahlreiche Infos zusammengefasst:

Richtige Kennzeichnung veganer und vegetarischer Speisen in der Speisekarte

Du benötigst noch die richtigen Zeichen für dein fleischfreies Angebot? Meine von mir entworfenen Symbole stelle ich dir gerne kostenlos zur Verfügung. Ich bin mir sicher, dass du einen passenden Style für deine Speisekarte finden wirst. Du kannst die Zeichen ganz einfach in Word, Canva oder wo auch immer verwenden. Einfügen – fertig!

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Testen und Optimieren der Speisekarte

Die Gestaltung einer Speisekarte ist ein kontinuierlicher Prozess. Nachdem du deine Speisekarten entworfen hast, solltest du sie testen. Frag deine Gäste nach ihrer Meinung und hole dir Feedback von Bekannten und Freunden ein. Sei offen für Anpassungen und Verbesserungen, um die bestmögliche Speisekarte für dein Restaurant zu schaffen.

Und noch ein paar zusätzliche Tipps für dich

Achte auf die Rechtschreibung

Lass deine Karte gegenlesen. Du kennst das ja auch, nach dem zehnten Mal durchlesen können wir keine Fehler mehr erkennen. Da kann ein drittes und viertes Auge nicht schaden!

Lass das Euro-Zeichen weg

Es gibt Studien, die nachweisen, dass Preise, die ohne dem €-Zeichen auskommen, als günstiger wahrgenommen werden. Klingt verrückt, ist aber so. Irgendwo in der Speisekarte musst du allerdings darauf hinweisen, dass alle Preise in Euro und inkl. der Umsatzsteuer angegeben sind. Das reicht aber an einer Stelle, z.B. am Ende der Karte.

Speisekarte erstellen und online stellen

Die Menschen da draußen informieren sich heutzutage nicht mehr erst im Restaurant, sondern schon zuvor über das Speisenangebot. Denn sie wollen wissen, wo sie das beste Essen und die kreativsten Gerichte bekommen. Daher recherchieren sie vorab. Ist deine Speisekarte gar nicht online zu finden, werden diese Menschen auch nicht deine Gäste werden. Ich empfehle dir für die Online-Karte das PDF-Format, das universell von überall mit jedem Gerät geöffnet werden kann.

Überlade deine Speisekarte nicht mit zu vielen Gerichten

Die Auswahl an Speisen und Getränken sollte nicht allzu umfangreich sein. Wir Menschen müssen heute tagtäglich schon genügend Entscheidungen treffen. Studien zeigen, dass Menschen zwar grundsätzlich eine größere Auswahl bevorzugen, ihnen jedoch oft der Faktor Zeit dazwischenfunkt. Der erhöhte Zeitaufwand für die Auswahl aus zu vielen Möglichkeiten kann schlussendlich zur Überforderung führen. Achte auf ein kleineres Angebot, kombiniert mit einem häufigerem Wechsel der Speisekarte. 

Zudem bedeutet ein großes Angebot ja auch, dass du die entsprechenden Kapazitäten in der Küche haben musst.

Fazit

Die grafische Gestaltung einer Speisekarte ist ein kreativer Prozess, der viel Einfluss auf das Gesamterlebnis deiner Gäste hat. Die Wahl der richtigen Farben, Schriftarten, Bilder und Layouts kann den Unterschied zwischen einer langweiligen Speisekarte und einem attraktiven Gesamtauftritt ausmachen. Experimentiere, sei kreativ und frage auch deine Gäste nach Feedback. Indem du ihre Bedürfnisse und Vorlieben berücksichtigst, kannst du eine Speisekarte gestalten, die nicht nur appetitanregend ist, sondern auch die Identität deines Restaurants widerspiegelt. Besonders wichtig ist es, auf Vegetarier und Veganer einzugehen und ihnen klare und ansprechende Optionen zu bieten. Indem du auf die Bedürfnisse dieser Gäste eingehst, zeigst du, dass du ihnen eine große Wertschätzung entgegenbringst und sie sich bei dir gut aufgehoben fühlen können.

Nutze die Macht des Designs, um das Beste aus deiner Speisekarte herauszuholen und deine Gäste zu begeistern. Gutes Gelingen!

Über den Autor

Über den Autor

Tobias Rümmele ist seit seinem 5. Lebensjahr überzeugter Vegetarier. Überzeugt ist er auch davon, dass in der Gastronomie noch viel Potenzial für ein besseres, fleischfreies Angebot steckt. Dazu reichen oft schon kleine Maßnahmen, um Menschen, die auf Fleisch verzichten, zu begeisterten Gästen zu machen.

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